Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein!

Kultusministerium und Techniker Krankenkasse starten Projekt für mobbingfreie Schulen

Um Mobbing an niedersächsischen Schulen keine Chance zu geben, hat die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Niedersächsischen Kultusministerium das Projekt „Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein!“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern über Mobbing und dessen Mechanismen aufzuklären und Mobbing zu verhindern. Insbesondere die körperlichen und psychischen Folgen werden aufgezeigt und gemeinsam Strategien gegen Mobbing entwickelt und erarbeitet. Die Projektwochen beginnen im jetzt laufenden Schuljahr.

„Mobbing ist eine Form von psychischer und physischer Gewalt, die sich in allen Lebensbereichen, so auch in Schulen unter Kindern und Jugendlichen abspielt. In Mobbing-Situationen, die Monate bis Jahre dauern können, werden die Kinder immer verzweifelter und ziehen sich zurück“, erklärt Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen. „Daher müssen wir die Anfänge von Mobbing verhindern. Um gegen Mobbing in der Schule vorzugehen, hat die TK gemeinsam mit dem niedersächsischen Kultusministerium das Projekt „Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein“ ins Leben gerufen. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse.“

„Das allerwichtigste ist, dass Kinder und Jugendliche gerne und ohne Angst zur Schule gehen können“, betont Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Und weiter: „Durch die Einführung von „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“ wollen wir einen weiteren Beitrag für ein angstfreies Lernen an niedersächsischen Schulen leisten. Ich freue mich, dass wir den Schulen heute ein neues Unterstützungsinstrument in Form der Anti-Mobbing-Koffer an die Hand geben.“

„Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht auf ein Lernumfeld ohne Angst. Wir möchten mit dem Projekt die Schulen unterstützen und auch die Gesellschaft stärker auf das Thema aufmerksam machen, damit verdächtige Symptome eher wahrgenommen werden und gezielt gegengesteuert werden kann“, bekräftigt Kultusministerin Heiligenstadt.

„Die Initiative will Lehrkräfte und Eltern sowie Schülerinnen und Schüler gleichermaßen dabei unterstützen, Mobbing vorzubeugen, Symptome zu erkennen und Konflikte zu lösen. Dafür stellen wir den Schulen im Land 1.000 Anti-Mobbing-Koffer zur Verfügung“, erklärt Holldorf. Im Koffer finden die Lehrer alles, was sie zur Umsetzung einer Projektwoche benötigen. Unter anderem moderne Unterrichtsmaterialien wie DVDs, Broschüren für Eltern und einen Leitfaden für Lehrer. Auch ein Modul explizit zum Thema Cybermobbing ist enthalten.

„Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen einen gezielten und reflektierten Umgang miteinander, auch im Internet erlernen. Das Verantwortungsbewusstsein der Kinder soll durch das Projekt geschult und sensibilisiert werden“, so Holldorf. Zum Abschluss der Projektwoche können die Jugendlichen einen Klassenvertrag gegen Cybermobbing schließen, mit dem sie sich auf bestimmte Verhaltensregeln verständigen.

In Niedersachsen gibt es bereits an vielen Schulen sogenannte Mobbing-Interventions-Teams (MIT), welche koordiniert von den Regionalbeauftragten für Prävention und Gesundheitsförderung der Niedersächsischen Landesschulbehörde durch speziell ausgebildete Trainerinnen und Trainer eingehend zu den Inhalten des Projektes geschult werden. Die Lehrkräfte erhalten durch diese Multiplikatoren eine Einweisung in die Materialien und Unterstützung beim Aufgreifen des Themas, um die Projektwoche zielgerichtet umsetzen zu können. Während der Projektwoche beschäftigen sich die Schulen fünf Tage intensiv mit dem Thema.

Das Ziel der Aktion: Die Klasse entwickelt eine solide Basis, um eine tragfähige Gemeinschaft für die Zukunft zu werden. Bei einem Elternnachmittag werden auch die Eltern in die Projektwoche einbezogen. Bisher gibt es an niedersächsischen Schulen über 250 dieser qualifizierten Mobbing-Interventions-Teams. Kultusministerin Heiligenstadt: „Für deren Einsatz möchte ich mich ganz herzlich bedanken, ebenso wie ich allen rund 2.800 Schulen in Niedersachsen für das großartige Engagement danke, das im Bereich der Präventionsarbeit geleistet wird. Dieser Arbeit für ein gewaltfreies, friedvolles und soziales Miteinander an unseren Schulen messe ich eine hohe Bedeutung bei.“

„Uns liegt die Gesundheit Heranwachsender sehr am Herzen und wir haben großes Interesse daran, psychische und physische Probleme zu vermeiden, die durch Mobbing entstehen können, wie beispielsweise Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen und Ängste. Eine positive Lernatmosphäre kann dazu beitragen, dem entgegenzuwirken. Mit dem Präventionsprogramm möchten wir an den Schulen eine Anti-Mobbing-Kultur schaffen und die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, andere einzubeziehen, statt einzelne auszugrenzen“, so Holldorf.

Weitere Informationen im Internet unter www.tk.de/lv-niedersachsen, Webcode 503166.

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