Lärm – voll nervig!

Tag_gegen_Laerm_2015Kinder machen Lärm, Kinder leiden unter Lärm, Kinderlärm führt zu vielen Konflikten. Kinder leben jeden Tag mit Lärm sei es in der Kita, in der Schule, zuhause oder unterwegs. Kita und Schulen klagen über schlechte Akustik, in den öffentlichen Verkehrsmitteln fühlen sich viele durch die nachhaltigen Geräusche aus MP3-Playern belästigt, die Aggressionen nehmen zu. Offensichtlich ist Lärm überall, breitet sich aus verschieden Quellen unterschiedlich stark aus und trifft eigentlich alle.

Lärmdetektive
Grund genug nach Lösungen zu suchen. Kinderlärm wird als Ausdruck kindlicher Entfaltung angesehen und ist mit Sicherheit keine schädliche Umwelteinwirkung. Der 18. Tag gegen Lärm stellt daher die Kinder und ihre Belastungen durch Lärm in den Mittelpunkt. Auf der Pressekonferenz wird die Arbeit der DEGA mit dem Lärmkoffer „Lärmdetektive – Dem Schall auf der Spur“, der unter anderem in Workshops an Schulen zum Einsatz kommt, vorgestellt. Anhand kleiner Beispiele wird demonstriert, wie Schülerinnen und Schüler spielerisch eine Einführung in die Welt des Hörens und der Akustik, aber auch viele Informationen rund um das Thema Lärm erhalten. Dieser Koffer kann von allen Schulen bestellt werden.

Lärmschutz von besonderem Nutzen für die Kinder
Beim Lärmschutz ist den Kindern und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit zu widmen: Zum einen verbessert vor allem der Schutz gegen Verkehrslärm ihre Lebensqualität, wovon besonders Kinder aus Familien mit geringerem sozialen Status profitieren. Die Reduktion des Umgebungslärms und die Verbesserung der Klassenraumakustik fördern die Lernerfolge unserer Kinder. Zum anderen sind Kinder und Jugendliche frühzeitig für die oft unterschätzten negativen Auswirkungen von Geräuschen für sich selbst und andere zu sensibilisieren, zum Beispiel beim Musikkonsum.

Lärmschutz fängt klein an
Jeder zweite Mensch in Deutschland fühlt sich durch Lärm gestört oder belästigt. Aber Lärm stört nicht nur, er kann auch krank machen. Darüber hinaus beeinträchtigt Lärm die Sprachentwicklung und mentale Leistungsfähigkeit von Kindern. Deshalb sollten Kinder für dieses Thema frühzeitig sensibilisiert werden. In der neuen Mitmach-Broschüre „Akustik & Lärm“ des Umweltbundesamtes können sich Schülerinnen und Schüler der Klassen drei bis vier spielerisch mit dem Lärmthema beschäftigen. Die Broschüre kann auf der Website des Umweltbundesamtes heruntergeladen werden.

Konzepte und Materialien für unsere Schulen
Auf dem Niedersächsischen Bildungsserver NIBIS finden sich Materialien zur „leisen Schule“ (oder hier). Einige Schulen haben das Konzept schon umgesetzt und profitieren davon mit besserer Gesundheit und besseren Lernleistungen.

Interviews zum Nachhören
Prof. Brigitte Schulte-Fortkamp, die Leiterin des Aktionstages können Sie im Interview „Momente der Ruhe schützen“ beim NDR oder „In einer guten akustischen Umgebung kann man sich viel besser konzentrieren“ beim Deutschlandfunk hören.

Der 18. Tag gegen Lärm steht unter der Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. In Deutschland ist der „Tag gegen Lärm“ eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) in Kooperation mit dem Arbeitsring Lärm der DEGA (ALD) sowie den DEGA-Fachausschüssen „Lärm: Wirkungen und Schutz“ und „Hörakustik“. Am „Tag gegen Lärm“ geht es darum, die Aufmerksamkeit auf die Ursachen von Lärm und seinen Wirkungen zu lenken, mit dem Ziel die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Die Informationen und Aktionen am „Tag gegen Lärm“ richten sich an Erwachsene und Kinder sowie fachlich interessierte Kreise und politisch Verantwortliche.

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