Schulentwicklungsplanung für den Landkreis Wittmund

Der demografische Wandel sorgt für sinkende Schülerzahlen. Der Landkreis Wittmund hat mit der Beauftragung der Firma biregio aus Bonn den ersten Schritt unternommen, um die Entwicklung und die Folgen für die Schullandschaft im Landkreis abschätzen zu können. Die Sichtweise des Landkreises betrifft als Schulträger für die weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I und II) allerdings nicht die Grundschulen. Hier müssen die Gemeinden aktiv werden.
Am 28. Januar hat Frau Dr. Reinermann-Matatko von der Firma biregio in drei Themenabschnitten erste Konturen der Schulentwicklungsplanung vorgestellt. Die Daten, die Frau Dr. Reinermann-Matatko präsentiert hat, stehen nun auf der Website des Landkreises zum Download zur Verfügung.

  1. Demografische Entwicklung und Prognose für den Landkreis Wittmund ohne und mit Einbeziehung von möglichen Neubürgern (Flüchtlinge) (PDF; 1,5 MB)
  2. Umfrageergebnisse an den Grundschulen zur Einschätzung der Eltern über den weiteren Schulweg ihrer Kinder und Fragen rund um die Bildungslandschaft (PDF; 1,7 MB)
  3. Handlungsfelder, die sich durch die Zahlen ergeben (PDF; 310 KB)


Eine gewisse Unsicherheit bei den demografischen Zahlen ist z.B. der Zuzugsfaktor. Frau Dr. Reinermann-Matatko hat berichtet, dass ein allgemeiner Zuzugsfaktor für ländliche Gebiete gewählt wurde. Hier wäre die Frage, ob landschaftlich attraktive, küstennahe Landkreise vielleicht attraktiver auf junge Familien wirken, als ländliche Gebiete im Binnenland? Vielleicht ist aber der Unterschied zwischen ländlichen Gebieten im Verhältnis zum enormen städtischen Zuzug zu vernachlässigen?
Ein Kritikpunkt betraf auch die Unsicherheit über die Wahl der Eltern bei Kindern mit Förderbedarf. Kann man tatsächlich beurteilen, ob man Inklusionsunterricht an einer Regelschule oder die Förderschule wählt, wenn man derzeit kein Kind mit Förderbedarf hat?

Insgesamt stellte die Vortragende folgende Handlungsfelder in das Zentrum der Gedanken: Zwei Förderschulen im Landkreis bei demografisch bedingtem Schülerrückgang, Schülerrückgang im Förderbereich Lernen wegen der Inklusionsvorgaben und angeblich hoher Zustimmung zur Inklusion auch bei Kindern mit anderem Förderbedarf. Hauptschulen mit demografisch bedingtem Rücklauf und geringer Eltern-Zustimmung, aber auch einem starken Informationsdefizit bei den Eltern und womöglich überproportional hohen Inklusionsaufgeben. Eine Oberschule mit nur geringem Zuspruch, dem Wunsch nach einem gymnasialen Angebot, aber auch einem großen Informationsdefizit bei den Eltern über diese Schulform. Starke demografisch bedingte Schülerrückgänge bei der BBS mit der Möglichkeit bei dieser Schulform auch „über Landkreisgrenzen hinweg“ zu denken und das inhaltliche Angebot den Bedürfnissen gemäß neu zuzuschneiden.

Der Erste Kreisrat Hans Hinrichs hat angekündigt, dass die Beurteilung der Arbeit von biregio und die Schlüsse, die der Landkreis daraus ziehen wird in den nächsten Sitzungen der zuständigen Gremien verhandelt wird. Die größtenteils öffentlichen Sitzungen können besucht werden. Im Schulausschuss sitzt Alexander Schneider als Mitglied für die Eltern des Landkreises und kann so Elterninteressen vertreten.
Nächste Sitzungen des Schulausschusses:

  • Mo 07.03.2016 von 14:30-17:00 Uhr, Kreishaus in Wittmund, Großer Sitzungssaal, Am Markt 9, 26409 Wittmund
  • Di 26.04.2016 von 14:30-17:00 Uhr, Kreishaus in Wittmund, Großer Sitzungssaal, Am Markt 9, 26409 Wittmund

Details entnehmen Sie bitte dem Bürgerinformationssystem.

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