Kurz und knapp: So sollte gute Grundschule sein

Am Donnerstag, den 11.01.2017, berichtete die Didaktik-Forscherin Frau Prof. Kornelia Müller von der Universität Münster im Gespräch mit Ute Welty über die Schlüsselfaktoren zur guten Grundschulbildung. Sie betonte: Wichtiger als die konkrete Darreichungsform des Unterrichts seien dessen Struktur und die Einbindung der Schüler, damit diese zum Denken angeregt werden. Sie forderte eine bessere Ausstattung der Schulen und eine stete Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer.

Deutschlandfunk Kultur hat sich mit der derzeitigen Grundschulbildung beschäftigt. Am 8. Januar eröffnete Michael Felten mit dem Beitrag „Weg von der Selbstlernidylle“ die Diskussion mit einem Plädoyer für den Frontalunterricht. Am 9. Januar hat Maresi Lassek, Vorsitzende des Grundschulverbandes, in ihrem Interview „Das Lernen vollzieht sich bei den Kindern selbst“ auf die enorme Heterogenität der Schülerinnen und Schüler in der Grundschule hingewiesen. Dass moderner Grundschulunterricht wesentlich mehr als „Kuschelpädagogik“ und „Selbstlernidylle“ sei wurde im Gespräch erläutert.
Die Diskussion auf den Punkt gebracht hat aber Prof. Kornelia Müller von der Universität Münster im Gespräch „Schlechte Ausstattung und Mangel an Lehrerfortbildung„. Die Kernaussagen des Gesprächs waren:

  • Guter Unterricht ist keine Frage der Oberflächenstruktur, also der Lernorganisation (z.B. Frontalunterricht, Gruppenunterricht, Arbeitsblattunterricht).
  • Entscheidendes Merkmal ist wie dem Unterricht das Auslösen von Lernprozessen bei den Schülerinnen und Schüler gelingt (Tiefenstruktur des Unterrichts).
  • Dieses Auslösen von Lernprozessen gelingt durch kognitive Aktivierung der Schüler, durch eine sowohl organisatorisch als auch inhaltlich gute Unterrichtsstruktur und durch eine emotionale Unterstützung der Schülerinnen und Schüler.
  • Leistungsstarke und die Leistungsschwache müssen gleichermaßen gefördert werden.
  • Leistungsstarke lernen mit Strukturierung und ohne Strukturierung in ähnlicher Weise (BiQua-Schulstudie). Die Leistungsschwachen sind auf diese Strukturierung angewiesen.

Als Gelingensbedingungen stellt Prof. Müller heraus:

  • Die Schulen müssen mit Materialien ausgestattet werden, die auch anspruchsvolle, hochwertige Lernprozesse ermöglichen.
  • Wir brauchen eine kontinuierliche (verpflichtende) Weiterbildung der Lehrkräfte (Beispiel Schweiz)
  • Verbesserungen im Lehrerausbildungssystem.
  • Mehr Hochachtung vor der Aufgabe der Grundschullehrkräfte, die mit Schülerinnen und Schülern sehr unterschiedlicher Lernausgangslagen konfrontiert sind.
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