Landkreis Wittmund unterstützt Familien mit geringem Einkommen

Möglichst alle Kinder im Wittmunder Kreisgebiet sollen dabei sein

Gerade jetzt, zu Beginn des neuen Jahres, kennen viele Familien das drängende Problem: Die zu erwartenden Kosten für kommende Klassenfahrten, aber auch laufende Kosten für Vereinsbeiträge, den Musikunterricht der Kinder und ggf. auch die Nachhilfe in der Schule belasten das monatliche Familien-Budget zusätzlich und ganz erheblich. Und so manch eine Familie stellt sich daher die Frage: Können wir uns die anstehende Klassenfahrt für unsere Tochter oder unseren Sohn überhaupt noch leisten? Doch der Landkreis hilft unterstützend mit, gerade auch bei Familien mit geringem Einkommen. Darauf weist die Kreisverwaltung mit dieser Veröffentlichung hin.

Förderung für Familien „knapp über der Kante“

Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld oder den Kinderzuschlag erhalten, haben bereits jetzt die Möglichkeit, für die vorher aufgeführten Aufwendungen Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes zu beantragen. Aber Familien, die aktuell nicht im Leistungsbezug stehen, aber dennoch mit einem eher geringen Einkommen auskommen müssen, gingen hier in der Vergangenheit in der Regel leer aus. Genau da setzt das Projekt „Dabei sein“ an. Bereits seit dem August 2015 fördert der Landkreis Wittmund mit Mitteln der privaten Stiftung Marienheim Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen.

Von der Klassenfahrt bis zur Musikschule

Zuwendungen aus diesem Topf gibt es für Klassenfahrten, zu den Kosten der Schülerbeförderung für Oberstufenschüler, zu einer angemessenen Lernförderung und zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben (unter anderem etwa Vereinsbeiträge, Musikschulunterricht, etc.). In Einzelfällen können sogar Förderungen für Personen bis zum 25. Lebensjahr gewährt werden, wenn sie eine allgemeinbildende Schule besuchen.

Nähere Informationen zu dem Projekt „Dabei sein“ gibt es auf der Internetseite des Landkreises Wittmund unter dem Stichwort „Dabei sein“. Dort können auch das betreffende Antragsformular, was auszufüllen und vorzulegen ist, und ein Einkommensrechner heruntergeladen werden.

Weitere telefonische Auskünfte erteilt auch gerne die zuständige Mitarbeiterin des Sozial- und Jugendamtes des Landkreises,  Frau Nicole Meiners (04462/861328).

Waldkindergarten in Wittmund? Bis 15.1. anmelden

Anzeiger für Harlingerland vom 13. Januar 2020

Regnerisches Wetter und früh einbrechende Dunkelheit schrecken die kleinen Waldbesucher aus dem Kinderhaus Wittmund (KiWi) überhaupt nicht. Warme, regendichte Kleidung tragen sie und gelbe Warnwesten. Wie kleine Leuchtkäfer sind die Krippenkinder jetzt im Wald zu sehen. Einige von

ihnen testen gerade einen aus Ästen errichteten Unterstand neben einer dicken Fichte, andere erkunden den Mischwald auf dem Areal des Naturschutzhofes. Allerdings immer gut begleitet von den Betreuerinnen.

„Es begeistert mich immer, wie Kinder im Wald aufblühen“

Dr. Johanna Umbach

Heute ist Naturschutzhofleiterin Dr. Johanna Umbach dazugekommen, und sie wird gleich in die bunte Schar mit eingebunden. „Es begeistert mich immer, wie Kinder im Wald aufblühen und von den besonderen Bedingungen gefordert und gefördert werden. Ob es nun der Waldboden ist, das Wetter, Gerüche oder Geräusche – schon für die Kleinsten ist es Abenteuer. Diese Nachmittagsgruppe vom KiWi testet heute sozusagen das Gelände, das künftig auch vom Waldkindergarten genutzt werden soll. Wir rechnen damit, dass er im Sommer eröffnet wird“, berichtet Johanna Umbach. Und sie fügt hinzu, dass wichtige Entscheidungen in den nächsten Tagen fallen werden.

Formlose Anmeldung bis 15. Januar notwendig

Wirklich jeder, der sich sein Kind in einem Waldkindergarten vorstellen kann, sollte eine vorläufige Anmeldung bei der Stadt Wittmund einreichen. „Das muss sehr bald passieren, denn die Anmeldefrist geht bis zum 15. Januar. Und je mehr Interessensbekundungen es gibt, um so größer ist die Chance der Verwirklichung unseres Waldkindergartens“, so die Naturschutzhofleiterin.

Mehr Infos beim Naturschutzhof Wittmunder Wald und bei der Stadt Wittmund (PDF).

Dieser Artikel von Rainer Köpsell erschien im Anzeiger für Harlingerland vom 13. Januar 2020 und bei Lokal26.de.

Die KIBUM und das Vorlesen

Ende Oktober hat die Stiftung Lesen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Thema Vorlesen veröffentlicht. Danach lesen nur 42% der Väter regelmäßig vor. Berufstätige Mütter lesen mehr vor (73%) als nicht berufstätige Mütter (61%). In Elternhäusern mit formal niedriger Bildung wird nur in 49% der Fälle regelmäßig vorgelesen. Insgesamt lesen 32 Prozent der Eltern höchstens einmal pro Woche vor – und damit in den Augen der Studien-Initiatoren zu selten.

Vorlesen – Doping für den Schulerfolg und mehr

Seit Jahren weist die Stiftung Lesen darauf hin, dass Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, leichter lesen lernen und häufig auch bessere Leser werden. Kinder, die gut lesen können, haben es in der Schule sehr viel leichter. Nicht nur im Fach Deutsch, sondern in allen Fächern, in denen regelmäßig Texte gelesen werden müssen. Noch dazu trägt regelmäßiges Vorlesen dazu bei, dass Kinder über einen größeren Wortschatz und bessere sprachliche Ausdrucksfähigkeit verfügen. Aber damit nicht genug. Kinder denen vorgelesen wird, entwickeln ihre Konzentrations- und Merkfähigkeit, sie üben ihre Fantasie und sammeln Wissen. Mit dem Buch – ob vorgelesen oder selbst gelesen – lernen Kinder, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Ein wichtiger Baustein für die Entwicklung von Empathie. Und ganz zum Schluss vielleicht das gewichtigste Argument: das gemeinsame Lesen, Lachen und Erleben von Abenteuern stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kindern und ist einfach eine schöne gemeinsam verbrachte Zeit.

Wie vorlesen?

Das Vorlesen von Büchern ist natürlich ein besonderer Genuss. Die Stiftung Lesen hat dieses Jahr aber darauf hingewiesen, dass man die Hürden nicht immer so hoch legen muss. Erst recht nicht dann, wenn einem selbst das Lesen schwer fällt. Auch das textungebundene Erzählen beim gemeinsamen Betrachten von Bilderbüchern schon bei sehr kleinen Kindern oder später das Vorlesen von kurzen digitalen Texten wären richtiges Vorlesen.

Was soll ich lesen?

Ein besonderes Problem können diejenigen haben, die täglich vorlesen. Denn immer mal wieder scheint es, dass man alle guten Autoren durch hat und sich eine gefährliche Vorleselücke anbahnt. Meist findet man dann über den Lieblingsverlag, über die Buchhandlung, über die Bibliothek wieder in neue Lesewelten. Aber das kann auch ein bisschen anstrengend sein. Wie gut, wenn man so etwas wie die Kinderbuchmesse in Oldenburg vor der Haustür hat

KIBUM in Oldenburg

Auf dem Weg zur Kinderbuchmesse in Oldenburg

Mit dem Niedersachsenticket bekommt man die Anfahrt für die ganze Familie recht günstig hin und hat schon bei der Fahrt Vorlesezeit. Vom Bahnhof sind es noch 1200 Meter zum Kulturzentrum „Peter Friedrich Ludwigs Hospital“ (PFL), also gerade mal ein besserer Schulweg. Die KIBUM selbst kostet zum Glück keinen Eintritt, so dass die Fahrtkosten der einzig große Ausgabepunkt bleiben.

Im PFL gibt es Veranstaltungen, vor allem aber die Bücher selbst. Hier gibt es eine Buchmesse mit Hunderten aktueller Bücher für Kinder und Jugendliche. Sortiert nach Altersklassen stehen von Bilderbüchern bis zu Sachbüchern die Regale voll. Die Titel lachen einen an, man muss also in der Regel nicht die Buchrücken lesen. In allen Räumen sind Tische, Stühle und Sitzsacklandschaften aufgebaut. Überall liegen und sitzen Kinder, mal alleine, mal mit Eltern und lesen oder lassen sich vorlesen. Man kann hier Bücher testen und Anregungen für die Weihnachtswunschliste oder die Bibliotheksfernleihe oder das Buch des Monats sammeln.

Eine von fünf Wänden mit aktuellen Sachbüchern.

Harry Potter ist auch da

Einige prominente Personen bereichern die Veranstaltungen der Kinderbuchmesse. Rufus Beck liest aus Harry Potter und Jim Kay präsentiert die passenden Illustrationen. Überhaupt Jim Kay: Eine Auswahl von Bildern von Jim Kay wird in der Artothek gezeigt, die nur wenige Schritte von der PFL entfernt liegt. Das Illustrationswerk ist beeindruckend. Von Hogwarts bis zu den Drachen, Portraits von Hagrid, Ron und Ginny und Entwicklungszeichnungen eines Drachens oder mein Lieblingsbild: Die Küche der Weasleys. Zahlreiche Bilder sind zu bestaunen.

An dieser Stelle allerdings eine Warnung von Robert Habeck aus der KIBUM Eröffnungsfeier, die ich hier weiterreiche: Filme sind vorgedachte Interpretationen einer Geschichte, sie lassen keine anderen Personen, Gebäude, Szenerien zu. Nur Bücher wecken die Fantasie, eigene Welten entstehen zu lassen. Das gilt sicherlich auch für moderne, reich illustrierte Bücher, wie diese Harry Potter Bücher mit diesen beeindruckenden Illustrationen. Es kann also eine Empfehlung sein, die Bücher erst ohne Illustrationen zu lesen und danach die Filme zu sehen und die illustrierten Bücher zu kaufen.

Am 15. November ist bundesweiter Vorlesetag. An vielen Orten, auch in der Region, wird vorgelesen. Das könnte ein guter Start ins Vorlesen sein, wenn man das bisher zu Hause noch nicht macht. Es ist nie zu spät damit anzufangen.

Schülerbeförderung in Friedeburg

Schulbus an Haltestelle

Ein bestehendes Problem der Bildungsgerechtigkeit sind die Schülerbeförderungskosten für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Das betrifft insbesondere ländliche Regionen, in denen häufig Fahrtkosten anfallen. Umso schöner ist es, wenn Gemeinden hier hilfreich einspringen und auf freiwilliger Basis Kosten übernehmen. Die Gemeinde Friedeburg agiert hier vorbildlich.

Wie Detlef Kiesé im Anzeiger für Harlingerland vom 9. Oktober berichtet, haben sich Schulausschuss und Verwaltungsausschuss für eine Fortführung einer anteiligen Kostenübernahme ausgesprochen. Das ist umso erfreulicher, da durch die Rückbesinnung auf G9 demnächst 60 weitere Schülerinnen und Schüler den Kreis der Begünstigten erweitern.

Schülerinnen und Schüler können eine maximale Förderung von 1000,- Euro im Jahr bekommen und müssen dabei einen Eigenanteil von 25 Euro tragen. Antragsformulare gibt es bei der Gemeinde Friedeburg.

Schon seit dem Schuljahr 2013/2014 übernimmt die Gemeinde Friedeburg als freiwillige Leistung anteilig die Kosten für die Schülerbeförderung von Sek-II-Schülerinnen und Schülern.

Wie gerecht sind Abi-Noten?

Mehrere Radiosendungen haben sich in der letzten Zeit mit den Abiturnoten beschäftigt. Was ist der Unterschied zwischen einem Zentralabitur und dezentralen Aufgaben? Können Noten vergleichbar sein? Wie wirkt sich ein Zentralabitur auf den Unterricht aus? Gibt es tatsächlich eine Zunahme an Einserzeugnissen?

Britta Mersch geht diesen Fragen in ihrem sehr hörenswerten Beitrag für SWR2 Wissen nach: „Wie gerecht sind Abi-Noten?

Der knapp 27 Minuten lange Beitrag wurde am 21.09. gesendet, ist aber in der Mediathek noch nachhörbar oder als MP3 herunterzuladen. Wer lieber liest findet dort auch das Manuskript zur Sendung.

Gabor Saal untersuchte in seinem Faktencheck Noteninflation, ob sich die Anforderungen des Abiturs geändert haben: Wird das Abi wirklich immer leichter?

Einen anderen Ansatz hat die NDR Info Redezeit. Am 19.09. haben Hörer und die Studiogäste zum Thema „Was besagen Abiturnoten?“ diskutiert.

Wie erklärt sich die bundesweite Zunahme der Eins vor dem Komma bei den Abiturnoten? Sind die Schüler besser geworden oder sind die Anforderungen gesunken?

Mit der Journalistin Birgit Langhammer waren Dr. Ilka Hoffmann
(Leiterin Organisationsbereich Schule der GEW), Prof. Susanne Lin-Klitzing (Vorsitzende des Deutschen Philologenverband e.V.), Prof. Olaf Köller (Bildungsforscher an der Christian-Albrecht-Universität Kiel und Leiter des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik) und Liam Zergdjenah (Landesvorsitzender der Schülerkammer Hamburg) im Studio.

Kreiselternrat im Naturschutzhof Wittmunder Wald

Am 14. Mai tagte der Kreiselternrat im Naturschutzhof Wittmunder Wald. Die Geschäftsführerin Dr. Johanna Umbach informierte die Elternvertreter über die aktuellen und geplanten Angebote für Schulen und Kindergärten.

Derzeit besuchen AGs von zwei weiterführenden Schulen regelmäßig den Naturschutzhof und erkunden den Wittmunder Wald. Schülerinnen und Schüler haben hier Gelegenheit, einen besonderen Lebensraum zum Anfassen kennenzulernen. Dabei werden viele Schulthemen in sehr praktischer Weise behandelt (z.B. Photosynthese).

Angebote für Schulen nach Absprache

Als außerschulischer Lernort bietet der Naturschutzhof Schulen Projektstunden nach individueller Absprache an. Lehrerinnen und Lehrer können deutlich machen, welche Aspekte nach schulischem Lehrplan behandelt werden sollten und die Waldpädagogen und Mitarbeiter erarbeiten daraus spezielle Programme. In der Zukunft soll die Zusammenarbeit mit Schulen noch intensiviert werden. Dazu zählt auch ein Austausch über die Themen, die in den jeweiligen Jahrgängen der Schulen relevant sind und den Schülerinnen und Schülern im Wald besonders gut vermittelt werden können. Johanna Umbach lud die Schulen ein, sich mit Wünschen bei ihr zu melden.

Ideen für die Zukunft des Naturschutzhofes

Die Ideen für einen weiteren Ausbau des Naturschutzhofes sind zahlreich. Frau Dr. Umbach nannte die Unterkunft der Naturschutzstiftung Region Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven, die Einrichtung eines Übernachtungshauses, die Etablierung eines Waldkindergartens und sogar die Schaffung eines kleinen Wald-Cafés. Die Entwicklung ist aber abhängig von externer Förderung und wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Anbindung an ÖPNV ist entscheidend

Als besonders wichtig hat sich im Gespräch eine stabile Anbindung an den öffentlich Nahverkehr erwiesen. Viele Schulen klagen über hohe Transportkosten, wenn eigens Busse angemietet werden müssen. Häufig ein Grund, warum Schulen den Naturschutzhof nicht besuchen können. Wenn der Busverkehr und die Anbindung an den Bahnhof in Wittmund mit verlässlichen und ausreichend häufigen Zeiten aufwarten würde, dann wäre das ein enormer Gewinn für die Zusammenarbeit mit den Schulen der Region.

Schwimmunterricht, Lesen und Digitalisierung

Zur Digitalisierungsdebatte stellten die Elternvertreter fest, dass Administratoren zwingend zu einer Digitalisierung der Schulen dazugehörten. Es kann nicht sein, dass die Schulen in der Trägerschaft des Landkreises quasi nebenbei aus Wittmund betreut werden. Das führe immer wieder zu Zeitverzögerungen bei Problemen. Funktionierende Schulnetze und eine reibungslos arbeitende digitale Technologie sind Voraussetzung für den Einsatz moderner Medien im Unterricht. Es geht nicht, dass Lehrkräfte dafür verantwortlich sind. Die derzeitige Diskussion um die Verwendung der Gelder des Digitalpaktes lasse befürchten, dass es sich hierbei nur um die Anschaffung von Geräten handele.

Bei vorangegangenen Sitzungen wurde über zwei große Probleme berichtet. Die DLRG beklagte, dass immer weniger Kinder das Schwimmen lernen würden. Die Kinderautorin Kirsten Boie hat zu einer verstärkten Leseförderung an Schulen aufgerufen, nachdem deutlich geworden war, dass rund 20% der Kinder nicht sinnentnehmend lesen können, wenn sie die Grundschule verlassen. Wie sieht es an unseren Schulen aus?

Aus Leerhafe wurde berichtet, dass der Schwimmunterricht erfolgreich laufe. Die Stadt hat als Schulträger die Kosten für den Busverkehr übernommen, was eine große Hilfe darstellt. Von den zwei Schulstunden mit Pause bliebe allerdings effektiv nur 45 Minuten Wasserzeit. Das sei aber ausreichend, damit die Schülerinnen und Schüler ausreichend sicher im Wasser sind, wenn sie die Grundschule verlassen.

Die Grundschule Blomberg begleitet die Leseausbildung der Kinder mit Lesemamas und mit einer Leseinsel. Erfolge gibt es auch bei Lesewettbewerben. Daher sieht man bei den eigenen Schülerinnen und Schülern keine Probleme beim Lesen, wenn sie die Schule nach der vierten Klasse verlassen.