Niedersächsische Schulpolitik – Spielfeld für Populisten und Demagogen oder beste Bildung für alle Schüler?

Eltern in Deutschland und in Niedersachsen nehmen das ständige Kräftemessen von Lobbygruppen und politischen Akteuren im Bereich Bildung und die sich daraus scheinbar zwangsläufig ergebenden Spielchen, besonders gerne nach einem Regierungswechsel, mit Sorge wahr: Bildungspolitik nach Kassenlage, mit mehr oder weniger Lehrern, mehr oder weniger Stunden; Bildung nach politischem Standort, mit Bevorzugung der einen oder der anderen Schulform.
In Niedersachsen treibt im Moment eine besondere Spielart ihr Unwesen: „Bildungspolitik, die einige Akteure im Sinne ihrer (vermeintlichen) Klientel mit populistischen Kampfesparolen und Schuldzuweisungen machen, und Bildungspolitiker, die anscheinend immer noch nicht begriffen haben, worum es eigentlich geht. Es geht aber primär um die beste Bildung für alle Kinder und dies wird nicht dadurch erreicht, dass Bildung zum Spielball von populistischer Meinungsmache aller Seiten wird“, erklärt die Vorsitzende des Landeselternrates, Sabine Hohagen.

Der Landeselternrat
Im Gegensatz zu – durch Mitglieder finanzierten – Interessenverbänden ist der Landeselternrat ein rechtlich legitimiertes unabhängiges und überparteiliches Gremium, er ist keine Gesamtschul- und keine Gymnasiallobby, sondern sein Engagement gilt jedem einzelnen Kind und Elternteil, egal welcher Schulform sie angehören.

Gerangel um Gymnasien
Aktuell wird etwa zum Thema Gymnasium gestritten, es geht um die Frage der Schulzeit an den Gymnasien. Interessanterweise wird dies oft verbunden mit den arbeitsrechtlichen Entscheidungen zur Unterrichtszeit der Gymnasiallehrer und verquickt mit der Aussage, man benötige eine Gleichstellung der Gymnasien mit den Gesamtschulen.
Der Landeselternrat hat in den letzten Jahren immer wieder in Forderungskatalogen und Positionspapieren auch und besonders für die Gymnasien vehement Verbesserungen gefordert und sich sachlich und kompetent dafür eingesetzt. Es gibt eine große Unzufriedenheit der Eltern an vielen Gymnasien, dahinter stehen aber viele unterschiedliche Gründe, die voneinander zu trennen und vor allem einzeln zu beleuchten und aufzuarbeiten sind. Vor diesem Hintergrund arbeitet der Landeselternrat in der Arbeitsgruppe des Dialogforums „Gymnasien gemeinsam stärken“ des Kultusministeriums mit, um alle Aspekte bei diesem Thema in den Blick zu nehmen. Nur wer weiß, was zu welchen Bedingungen machbar und sinnvoll sein könnte, kann anschließend fundiert seine Meinung bilden.
Im Gegensatz zu Lobbyisten wird der Landeselternrat seine Position zu diesem Thema sachgerecht und unabhängig wie bei all seinen Entscheidungen formulieren. Ob sich der Landeselternrat in der Frage der gymnasialen Schulzeit für G9, ein überarbeitetes G8 oder ein G Y, das individuelle Lösungen für den einzelnen Gymnasialschüler zulässt, entscheiden wird, ist daher noch offen, zumindest bis zur Vorlage des Abschlussberichtes der Expertenrunde.

Wunsch der Eltern
„Tragfähige und ernsthafte Lösungen für alle Schulen in Niedersachsen sollten aber vor allem die Grundlage von nachhaltiger Bildungspolitik in Niedersachsen sein. Es kann nicht darum gehen, wer am lautesten schreit und Kämpfe für seine Schulform auszufechten meint. Eltern wünschen sich vielmehr, dass die ständigen Schulstrukturdebatten und Kurskorrekturen endlich einmal ein Ende nehmen und sich alle am System Schule Beteiligten mit voller Kraft der Entwicklung eines hervorragenden Bildungssystems für die Schüler aller Schulformen widmen. Viele Baustellen, die in den nächsten Jahren enorme finanzielle Kraftakte fordern werden, stehen auf der Agenda: neben Inklusion und Ganztag, die noch deutlich mehr an Ausstattung benötigen als bisher geplant, eine deutlich verbesserte Unterrichtsversorgung, kleinere Klassen oder endlich die kostenfreie Schülerbeförderung einschließlich der Sekundarstufe II sind nur einige davon, für die sich der Landeselternrat auch zukünftig mit aller Kraft einsetzen wird“, so Sabine Hohagen abschließend.
Der Landeselternrat vertritt die rund 1,8 Millionen Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler an allen niedersächsischen Schulen beim Niedersächsischen Kultusministerium, seine Rechte und Pflichten sind im Schulgesetz verankert, er ist demokratisch legitimiert. Seine Mitglieder üben ihr Amt unabhängig, überparteilich und religionsübergreifend aus. Sein Engagement gilt dem Ziel, allen Schülern faire und nachhaltige Bildung zu eröffnen und zu erhalten.

Dies ist eine Information des Landeselternrates Niedersachsen.

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2 Responses to Niedersächsische Schulpolitik – Spielfeld für Populisten und Demagogen oder beste Bildung für alle Schüler?

  1. Timo T. sagt:

    Ich glaube, da hat sich die liebe Frau Hohagen aber mächtig verrannt.
    Durch Beschimpfungen der Eltern, die versuchen, die Interessen ihrer Kinder entgegen der Untätigkeit des LER zu vertreten, Demagogismus und bezahltes Lobbytum vorzuwerfen, ist schon ziemlich krank. Offensichtlich fühlt sich da jemand persönlich durch andere Meinungen angegriffen…
    Aber wie der heutige Tag und die folgenden Wochen zeigen werden, hat sich das Problem der LER-Vorsitzenden durch den Fortschritt der Geschichte bald erledigt.
    DANN wird es wohl Zeit für eine Neuwahl 🙂
    semper paratus

    • JH sagt:

      Sehr geehrter Herr Timo T.,
      wir fühlen uns durch den Landeselternrat gut vertreten und wissen, dass gerade Frau Hohagen sich über alle Maßen für die Interessen der Eltern engagiert.
      Unter anderem dank der Aussendungen des Landeselternrates wissen wir, dass es derzeit eine reiche Zahl an Meinungsbeiträgen zur Zukunft der gymnasialen Schulbildung gibt. In dieser Situation haben wir die Information des Landeselternrates begrüßt, die die eigene Arbeitsweise innerhalb des Gerangels der betroffenen Verbände, Parteien und Institutionen erläutert.

      Statt Beschimpfung scheint es sich doch eher um eine Ermahnung zur sachlichen Auseinandersetzung zu handeln.

      Ihr sehr emotionaler Kommentar zeigt, dass die aktuelle Diskussion Sie sehr berührt. Wir werden hier aber keine in den persönlichen Bereich gehende Diskussion fortsetzen. Sie sind dagegen herzlich eingeladen, uns in sachlicher Art und Weise mitzuteilen, warum Sie den Landeselternrat für untätig halten und wie sich eine Elternvertretung Ihrer Ansicht nach in dieser Angelegenheit positionieren sollte.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Jan Herrmann

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