COVID-19 und die Schulen: Regeln ab dem 2. November

Der Kultusminister Grant Hendrik Tonne richtet sich in einem Anschreiben an die Eltern und Erziehungsberechtigten. Ab dem 2. November gelten folgende Regelungen:

  • Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen müssen auch im Unterricht Mund-Nase-Bedeckung tragen, wenn das Gesundheitsamt eine Infektionsschutzmaßnahme anordnet oder allgemein, wenn im Landkreis, in dem die Schule liegt, der Inzidenzwert 50 überschritten wird. Eine Infektionsschutzmaßnahme dauert in der Regel 14 Tage. Der maßgebliche Inzidenzwert ist auf der täglich um 9 Uhr aktualisierten Website https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/aktuelle_lage_in_niedersachsen/ einzusehen.
  • Wird der Inzidenzwert von 100 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten und ordnet das Gesundheitsamt eine Infektionsschutzmaßnahme an, dann tritt das Szenario B in Kraft, bei dem die Klasse getrennt wird. Der Unterricht findet wieder zur Hälfte mit viel Platz in der Schule und halb zu Hause statt.

In Grundschulen ist derzeit keine Maskenpflicht vorgesehen. Es gibt einige Sonderregeln z.B. für den Sportunterricht, besondere Unterrichtssituationen und besonders betroffene Schülerinnen und Schüler.

Weitere Informationen erhalten Sie im Anschreiben an die Eltern (auch in einfacher Sprache) oder in einer Übersicht des Kultusministeriums.

Das Titelbild stammt von Alexandra Koch (Pixabay).

Bedenklicher Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen

„Vierter Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht“ setzt auf ganzheitlichen Ansatz zur Bewegungs­förderung 

  • 80 Prozent der Heranwachsenden erreicht nicht die von der WHO empfohlenen 45 Minuten Bewegungszeit pro Tag
  • Inaktivität im Kindesalter hat gesundheitliche Konsequenzen und kann zu niedriger Lebenserwartung führen
  • Sport wirkt sich positiv auf chronisch kranke Kinder aus
  • Physical Literacy soll Leitprinzip im deutschen Kinder- und Jugendsport werden

Es gehört zum Grund­verständnis aller Menschen, dass Sport zu einer gesunden Lebensweise beiträgt. Dies gilt insbesondere für die Kindes- und Jugendentwicklung: Der natürlich gegebene Bewegungs­drang von Kindern ist die Voraussetzung für eine gesund­heitliche Entwicklung. Trotz allem steigt die Anzahl der Befunde, wie Übergewicht oder motorische Defizite, die auf ein unzureichendes Pensum an Bewegung bei Kindern und Jugendlichen hinweisen.

Der „Vierte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht“, der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung initiiert wurde, verdeutlicht die Risiken von Inaktivität und diskutiert den Bedarf des Konzepts der Physical Literacy als ganzheitlichen Ansatz zur Bewegungs­förderung im Sinne einer bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz.

Bewegung im Entwicklungskontext

Wichtig für das Verständnis der kindlichen und jugendlichen Entwicklung ist, Kinder nicht als kleine Erwachsene zu kategorisieren. Entwicklungsprozesse körperlicher, psychischer und kognitiver Art können nicht einfach vom Erwachsenen auf den Heranwachsenden übertragen werden. Unabhängig davon ist in der Entwicklung von Kindern das Wechselspiel zwischen aktivem Handeln und Interaktion eines Individuums mit seiner Umwelt, an die es sich anpasst, ein entscheidender Faktor.

Gerade im Kindesalter spielt dabei die Rolle der Familie und im engeren Kreis der Eltern eine wichtige Funktion. Die familiäre Vorbildfunktion spielt eine entscheidende Rolle für die sportliche Entwicklung von Kindern. Doch auch Einflussfaktoren wie Kindertagesstätten und Kindergärten, Schulen oder das steigende digitale Angebot sind entscheidend für die Aktivität bzw. Inaktivität von Kindern und Jugendlichen. Denn:

Mehr als 80 Prozent der Heranwachsenden in Deutschland erfüllt die Bewegungs­empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht. Besonders dramatisch trifft dies auf weibliche Jugendliche zu.

Vierter Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht

Für die einzelnen Altersgruppen lassen sich mitunter Bewegungsempfehlungen ableiten: Säuglinge und Kleinkinder sollten in ihrem natürlichen Bewegungsdrang nicht gehindert werden. Hier gilt es, Eltern bzw. Betreuungs­personen zu sensibilisieren. Für Kinder im Grundschulalter haben Studien herausgefunden, dass eine ausreichende Bewegung zu einer besseren Gewichtsentwicklung, aber auch zu Zufriedenheit und prosozialem Verhalten beitragen. Positiv beeinflussend wirken hier:

  • die Teilnahme am Sportunterricht,
  • die aktive Gestaltung des Schulwegs,
  • das Nachgehen von sportlichen Hobbies auch im familiären Kontext sowie
  • die Reduktion von Medienzeiten und Mediengeräten in Kinderschlafzimmern auf ein Minimum. 

Gesundheitliche Folgen von Inaktivität vs. Chancen von Bewegungsförderung 

Kinder und Jugendliche in Deutschland bewegen sich immer weniger und entwickeln als Folge davon immer mehr Überge­wicht. Das beeinträchtigt nicht nur die physische, psychische und soziale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sondern könnte auch zu einer niedrigeren Lebenserwartung führen, wie dies z. B. Studien in den USA bereits gezeigt haben. Wir wissen heute erheblich mehr über den Gesund­heitsnutzen von Bewegung und Sport in Kindheit und Jugend als noch vor wenigen Jahren, z. B. über die Kommunikation der verschiedenen Organsysteme wie Muskel, Gehirn und Fettmasse sowie die zentrale Rolle von Sport und Bewegung in diesem Zusammenhang.

Fakt ist: Sport und Bewegung haben nicht nur einen physischen Nutzen, sondern auch positive Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Besonders sinnvoll sind dabei Programme, die körperliche und koordinative Anforderungen miteinander kombinieren. Sport und Bewegung bieten auch Chancen für chronisch kranke Kinder und Jugendliche: In Abhängigkeit des jeweiligen Zustandes wirken Sport und Bewegung direkt positiv auf den Krankheitsverlauf und führen zu psychischer Stabilisierung, Steigerung der Lebensqualität sowie sozialer Integration. 

Physical Literacy als Leitprinzip im deutschen Kinder- und Jugendsport 

Gesundheitsorientierter Kinder- und Jugendsport in Deutschland sollte sich verstärkt am Konzept der Physical Literacy orientieren, so wie dies international bereits häufig üblich ist. Es sollte ein Grundpfeiler bzw. eine fest verankerte Zieldimension von Sportunterricht in Deutschland sein.

Im aktuellen wissenschaftlichen Kontext wird Physical Literacy als bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz diskutiert. Der Begriff „Literacy“ meint die Fähigkeit des Lesens und Schreibens sowie auch das Text- und Sinnverständnis, Vertrautheit mit Literatur und anderen schriftbezogenen Medien (inkl. Internet) und die Kompetenzen im Umgang mit der Schriftsprache. Schon vor einigen Jahren wurde hiervon ausgehend der Begriff „Health Literacy“ geprägt. Zunächst schrieb die wissenschaftliche Forschung diesem Begriff die kognitive und soziale Fähigkeit zu, die eine Person dazu befähigt, Zugang zu (medizinischen) Informationen zu erhalten, zu verstehen und gesundheitsförderlich zu nutzen. Mittlerweile wird der Begriff vielmehr mit der kritischen Analyse und der Bewertung von (medizinischen) Informa­ tionen in Verbindung gebracht, wodurch die Gesundheits­ kompetenz und die Bildung in einem Zusammenhang stehen. In Weiterentwicklung zur Physical Literacy werden jene Bereiche erfasst, die zu einem aktiven Lebensstil beitragen. 

Hierzu gehören neben der Motivation und der Selbstwirk­samkeit auch das Wissen über den (gesundheitlichen) Nutzen. Physical Literacy hat daher eine erhebliche Bedeutung für den Kinder- und Jugendsportbereich. 

Der „Vierte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht“ fordert, die praktische Umsetzung des Konzepts weiter auszuarbeiten. Denkbar ist die Vermittlung einer entsprechenden Grundhaltung, so dass die Selbstwirksamkeit, Motivation und vor allem auch das Vertrauen in die sportliche Betätigung zu einem besseren Verständnis für den gesundheitsbringenden Nutzen beiträgt. Hierzu benötigt es, so der Bericht, qualifiziertes Personal, damit Kinder und Jugendliche eigeninitiativ und vor allem spielerisch ihren Alltag mit Bewegungsfreude gestalten möchten. Daneben sollten auch Eltern den gesundheitsbewussten Bewegungs­drang ihrer Kinder fördern, um die Vorbildfunktion in der frühen Entwicklung zu nutzen. 

Dies ist eine Presseinformation der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Der vierte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht wurde in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln erstellt. 

Wo klappt’s (nicht) mit dem Lüften

Das Kultusministerium hat informiert, dass das Thema Lüften auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen ein zentraler Bestandteil der Hygiene an Schulen sei:

„Wir in Niedersachsen orientieren uns dabei an der Faustformel 20-5-20: 20 Minuten Unterricht 5 Minuten Stoßlüften und 20 Minuten Unterricht. Dieser Rhythmus lässt sich gut in den Ablauf einer Schulstunde integrieren und kann einen wichtigen präventiven Beitrag gegen die Verbreitung des Virus leisten.“

Der Landeselternrat zweifelt nach einzelnen Berichten aus Schulen an, dass das so überall umgesetzt werden könne und erhebt zur Zeit den Stand von Lüftungsmöglichkeiten an Schulen in Niedersachsen. Wir wollen diese Umfrage im Landkreis Wittmund unterstützen und bitten alle Eltern, folgende Fragen zu prüfen und uns mitzuteilen.

ACHTUNG: Durch die Angabe von Kontaktdaten ermöglichen Sie uns Rückfragen. Ihre Kontaktdaten (Name, Email, Tel.) und die Angabe zur Klasse bleiben beim Kreiselternrat Wittmund und werden nicht weitergeleitet. Sie können gerne auch andere Wege (Telefon, Email) nutzen. Alle Daten beim Kreiselternrat Wittmund werden nach Ablauf der Umfrage, spätestens aber am 15.12.2020 gelöscht.

    Haben Sie Kenntnis von Schulen bei denen das Lüften definitiv nicht umgesetzt werden kann?
    JaNein

    Harlinger sucht Lieblingsbücher

    Was gibt's neues auf dem Buchmarkt für Kinder - Die KIBUM weiß Antwort

    Rund um den Weltkindertag, der am Sonntag. 20. September ist, beschäftigt sich die Redaktion des Anzeiger für Harlingerland mit Kinder- und Jugendliteratur. Wir möchten gern wissen: Was lesen die Kinder und Jugendlichen im Harlingerland? Welches ist euer Lieblingsbuch?

    Gibt es ein Buch, das ihr gerade neu entdeckt habt? Oder eines, das ihr schon gefühlt 100 Mal gelesen habt?

    Der Haflinger ruft dazu auf, Fotos einzusenden, auf dem Leserin oder Leser und Lieblingsbuch zu sehen sind. Dazu sollte kurz erklärt werden, warum dieses Buch toll ist und Name und Alter angegeben werden. Emailadresse: redaktion@harlinger.de

    Einsendeschluss ist der kommende Mittwoch, 23. September, 12 Uhr.

    Auch Eltern können Fotos vom Buch schicken, das sie ihren Kindern vorlesen.

    ACHTUNG, alle Einsenderinnen und Einsender erklären sich damit einverstanden, dass das eingesandte Foto veröffentlicht wird.

    Links zum Thema

    Schülerbeförderung und Infektionsschutz

    Landkreis Wittmund, Verkehrsunternehmen und Kreiselternrat diskutieren den Infektionsschutz bei der Schülerbeförderung

    Der Schulbetrieb ist angelaufen und überall wird der Niedersächsische Rahmen-Hygieneplan Corona Schule umgesetzt. Aber wie kommen unsere Kinder zur Schule? In einem Flächenlandkreis werden die Schülerinnen und Schüler vor allem per Bus zur Schule gebracht. Schaut man sich unsere vollen und übervollen Busse am frühen Morgen an, fragt man sich, ob hier die Bemühungen der Schule um Hygiene nicht konterkariert werden. Bei den Eltern regt sich zunehmend der Unmut über das Risiko Schülerbeförderung. Um die Situation im Landkreis Wittmund abzuklären, hat es am 9. September einen schnell eingerichteten Runden Tisch gegeben, an dem Landkreis, Verkehrsunternehmen und Kreiselternrat die Situation besprochen haben.

    Mund-Nasen-Schutz für Oma und Opa

    Frau Dr. Behnke vom Gesundheitsamt des Landkreises, ordnete die Infektionsgefahr ein und teilte mit, dass derzeit der Infektionsdruck im Landkreis Wittmund sehr gering sei. Sie wies darauf hin, dass es gerade bei Unterschreitung des Mindestabstandes und unzureichendem Luftaustausch bedeutend sei, dass sich alle Fahrgäste an die Maskenpflicht halten. Dadurch werde die Infektionsgefahr minimiert. Kinder selbst scheinen sich nicht ganz so leicht anstecken zu lassen, wie erwachsene Personen. Es gebe Fälle im Landkreis, wo die Eltern mit COVID-19 infiziert waren und die Kindern sich nicht angesteckt hätten.

    Der Kreiselternrat bittet alle Eltern, Ihre Kinder auf die Bedeutung des Masketragens hinzuweisen. Dabei sollte den Kindern auch deutlich gemacht werden, dass sie die Maske nicht nur zum Eigenschutz oder Schutz von Mitschülerinnen und Mitschülern tragen, sondern viel mehr zum Schutz der viel stärker gefährdeten Menschen aus dem Umfeld der Schülerinnen und Schüler wie z.B. Großeltern oder Menschen mit Vorerkrankungen.

    Auf die Frage des Kreiselternrates, ob die vollen Busse die aufwendigen Maßnahmen zum Infektionsschutz in den Schulen nicht konterkariere, konnte Frau Dr. Behnke nicht ganz eindeutig antworten. Klar sei, dass bei derzeitigem Infektionsdruck die Infektionsgefahr gering sei. Die Beurteilung ändere sich aber bei höheren Infektionszahlen. Es sei wünschenswert, wenn nicht jeder Stehplatz besetzt würde. Richtig gut wäre es, wenn nur jede zweite Reihe mit einer Schülerinnen oder einem Schüler besetzt wäre. Dann bräuchte man aber mindestens vier mal so viele Busse, wie vorhanden sind. Für dieses Szenario fehlen aber sowohl Fahrzeuge als auch Fahrer.

    Elterntaxis sind gefährlicher als Corona

    Der Kreiselternrat stellt fest, dass der derzeitige Trend, dass Eltern ihre Kinder einzeln zur Schule fahren ein weit höheres Risiko birgt, als die Ansteckungsgefahr im Bus. Vor den Schulen entstehen unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituationen durch die vielen Fahrzeuge. Das stehe überhaupt nicht im Verhältnis zur derzeitigen Infektionsgefahr.

    Schön sei es, wenn Schülerinnen und Schüler, die nicht allzu weit von der Schule entfernt wohnen, die Situation sportlich sehen und das Fahrrad für den Schulweg nutzen. Das ist ein hilfreicher Einsatz, um die Busse zu entlasten, der vom ganzen Umfeld sehr geschätzt werden sollte.

    Begrenzte Möglichkeiten der Verkehrsbetriebe

    Von der Firma Edzards Reisen war Herr Henning, vom Verkehrsverbund Weser-Ems-Bus Herr Jäger anwesend. Auf die „übervollen“ Busse angesprochen erklärte Herr Henning, dass die Busse zusätzlich zu den Sitzplätzen für eine gewisse Anzahl Stehplätze genehmigt seien. Bei Fahrgastzählungen würden diese Zahlen nicht überschritten werden. Er räumte aber ein, dass gerade mit Schul- und Sporttaschen schnell der Eindruck eines sehr vollen Busses entstehen könne. Er bedauerte, dass nicht viele zusätzliche Busse zur Verfügung ständen. Die Busse müssten auch als Ersatz für den Normalbetrieb zur Verfügung stehen, da durch den jüngsten Zukauf von Bussen und Schülerbeförderungsstrecken auch einige ältere Busse in den Fuhrpark aufgenommen worden seien. Zwei bis drei Busse stünden als Reserve zur Verfügung. Reisebusse seien für einen anderen Zweck genehmigt worden. Diese ließen sich nicht einfach so für die tägliche Schülerbeförderung nutzen. Wenn zusätzliche Busse fahren müssten, bräuchte man auch dementsprechend viele Fahrerinnen und Fahrer.

    Herr Jäger schilderte, dass im Landkreis Aurich die zusätzlichen Busse zunächst erprobt würden. Man habe die Strecken mit dem höchsten Beförderungsaufkommen analysiert und ergänze die Strecken durch Zusatzbusse nach einer Prioritätenliste, da nur begrenzt Fahrzeuge und Fahrer zur Verfügung stehen. Es sei so geplant, dass jeweils ein zweiter Bus hinter dem planmäßigen her fahre. Ob das angenommen werde, sei noch unklar. Er kenne Schwierigkeiten mit Schülerinnen und Schülern, die unbedingt mit ihren Freunden fahren und nicht auf den Folgebus warten wollten.

    Kreativität gefragt

    Der erste Kreisrat Uwe Cassens appellierte an die Verkehrsunternehmen kreativ zu denken und Lösungen zu erarbeiten. Die Nutzung der vorhandenen Verstärkerbusse solle umgehend geprüft werden. Auf jeden Fall werde sich der Landkreis aber auf den Fall eines höheren Infektionsdruckes vorbereiten. Leider habe das Land Niedersachsen keine Unterstützung für die Schülerbeförderung vorgesehen.

    Frau Janssen (Amt für zentrale Dienste und Finanzen) ergänzte, dass auch Gespräche mit den Schulen hinsichtlich veränderter Unterrichtszeiten geführt wurden. Das Thema erweise sich derzeit aber als sehr komplex. Die Schulen haben darauf hingewiesen, dass sie ihre Pflichtstunden anbieten müssten und den zeitlichen Umfang nicht reduzieren könnten. Eine Verschiebung der Schulanfangs- und -endzeiten sei daher aktuell nicht in der Vorbereitung, könne bei veränderter Infektionslage aber noch einmal angedacht werden.

    Communication overkill

    Frau Dr. Behnke und Herr Carstens, der zuständig für die Schülerbeförderung im Amt für zentrale Dienste und Finanzen ist, appellierten an die Eltern, sich bei Anrufen kurz zu fassen und eventuell mehrere Stimmen vor einem Anruf zusammenzufassen. Frau Dr. Behnke machte deutlich, dass das Gesundheitsamt derzeit am Limit arbeite und die vielen zusätzlichen Anrufe viel Zeit kosteten, die der eigentlichen Arbeit dann nicht mehr zur Verfügung stände. Herr Carstens pflichtete dem bei und versprach, jedem Hinweis auf Probleme bei der Schülerbeförderung nachzugehen. Wenn aber mehrere Eltern den gleichen Vorfall ausführlich schilderten, würde er seine Arbeitszeit lieber in die Bewältigung der Probleme stecken. Der Kreiselternrat meint dazu, dass sich Eltern natürlich beim Landkreis melden, Vorfälle schildern oder Sorgen klären können müssen. Wenn Eltern sich dabei sachlich kurz fassen, ist das zu begrüßen. Der Kreiselternrat hat angeboten Antworten auf häufig eintreffende Fragen an die Elternschaft weiterzugeben, um damit die Arbeit der Ämter zu entlasten.

    Eltern können Probleme bei der Schülerbeförderung beim Landkreis und beim Verkehrsunternehmen melden. Auch der Kreiselternrat benötigt Informationen zur Schülerbeförderung, um gegebenenfalls tätig zu werden.

    Fazit des Gesprächs

    • Der Infektionsdruck im Landkreis Wittmund ist derzeit gering.
    • Maske tragen bei der Schülerbeförderung ist wichtig.
    • Elterntaxis erhöhen Gefährdungen für Schülerinnen und Schüler.
    • Fahrradfahrende Schülerinnen und Schüler sind eine große Hilfe.
    • Die Verkehrsunternehmen können derzeit nur einen geringen Beitrag zur Entspannung leisten, haben aber signalisiert, die Bedarfsanalyse für gezielte Verstärkerbusse zu unterstützen. 
    • Der Landkreis Wittmund bereitet sich auf die Schülerbeförderung bei höherem Infektionsdruck vor.

    Links zum Thema

    COVID-19: Wiedereröffnung der Schulen – Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler

    Die Wiedereröffnung der Schulen stellt unsere Schulen vor besondere Herausforderungen. Schülerinnen und Schüler können helfen, dass ein Unterricht und Schulaufenthalt möglich ist und dabei die Risiken für eine Ansteckung gering gehalten werden. Der Niedersächsische Rahmen-Hygieneplan Corona Schule gibt dazu sinnvolle Hinweise:

    Wichtigste Maßnahmen

    • Bei Krankheitszeichen (z. B. Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Luftnot, Verlust des Ge- schmacks- / Geruchssinn, Halsschmerzen, Schnupfen, Gliederschmerzen) auf jeden Fall zu Hause bleiben.
    • Mindestens 1,50 m Abstand zu Personen halten.
    • Aufzüge sind grundsätzlich nur durch eine Person zu benutzen und deren Benutzung ggf. auf Personen oder Situationen mit spezifischen Bedarfen einzuschränken.
    • Mit den Händen nicht das Gesicht, insbesondere die Schleimhäute nicht berühren, d.h. nicht an Mund, Augen und Nase fassen.
    • Keine Berührungen, Umarmungen, Bussi-Bussi, Ghetto-Faust und kein Händeschütteln.
    • Gegenstände wie z. B. Trinkbecher, persönliche Arbeitsmaterialien, Stifte sollen nicht mit anderen Personen geteilt werden.
    • Den Kontakt mit häufig genutzten Flächen wie Türklinken oder Fahrstuhlknöpfe möglichst minimieren, z. B. nicht mit der vollen Hand bzw. den Fingern anfassen, ggf. Ellenbogen benutzen.
    • Husten- und Niesetikette: Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Taschentuch gehören zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen! Beim Husten oder Niesen größtmöglichen Abstand zu anderen Personen halten, am besten wegdrehen.
    • Gründliche Händehygiene
      Händewaschen 
      mit Seife für 20 – 30 Sekunden, auch kaltes Wasser ist ausreichend, entscheidend ist der Einsatz von Seife (siehe auch), z. B. nach Husten oder Niesen; nach der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln; nach dem erstmaligen Betreten des Schulgebäudes; vor dem Essen; vor dem Aufsetzen und nach dem Abnehmen eines Mund-Nasen-Schutzes, nach dem Toiletten-Gang.
      Damit die Haut durch das häufige Waschen nicht austrocknet, sollten die Hände regelmäßig eingecremt werden. Die Handcreme ist für den Eigengebrauch von zu Hause mitzubringen.
      Eine Händedesinfektion ist in der Regel nicht notwendig. Die Schule informiert bei Bedarf über Anwendungsvorschriften.
    • Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder eine textile Barriere (Mund-Nasen-Bedeckung/MNB/Be- helfsmasken) können in den Pausen getragen werden. Diese sind selbst mitzubringen und werden nicht vom Schulträger gestellt. Im Unterricht ist das Tragen von Masken nicht er- forderlich, da der Sicherheitsabstand gewährleistet ist.
      Mit einem Mund-Nasen-Schutz oder einer textilen Barriere können Tröpfchen, die man z. B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz). Dies darf aber nicht dazu führen, dass der Abstand unnötigerweise verringert wird.
      Trotz Mund-Nasen-Schutz oder Mund-Nasen-Bedeckung sind die gängigen Hygienevorschriften zwingend weiterhin einzuhalten (Weitere Hinweise).

    Für die Schulen hat die Niedersächsische Landesschulbehörde eine Checkliste Niedersächsicher Rahmen-Hygieneplan Corona Schule veröffentlicht. Die Hygiene-Maßnahmen für Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler finden Sie im Niedersächsischen Rahmen-Hygieneplan Corona Schule. Da werden u.a. die Stichpunkte Lüftung, Reinigung, Nutzung der Sanitärbereiche, Pausenregeln, Sportunterricht, Wegeführung besprochen.