Die KIBUM und das Vorlesen

Ende Oktober hat die Stiftung Lesen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Thema Vorlesen veröffentlicht. Danach lesen nur 42% der Väter regelmäßig vor. Berufstätige Mütter lesen mehr vor (73%) als nicht berufstätige Mütter (61%). In Elternhäusern mit formal niedriger Bildung wird nur in 49% der Fälle regelmäßig vorgelesen. Insgesamt lesen 32 Prozent der Eltern höchstens einmal pro Woche vor – und damit in den Augen der Studien-Initiatoren zu selten.

Vorlesen – Doping für den Schulerfolg und mehr

Seit Jahren weist die Stiftung Lesen darauf hin, dass Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, leichter lesen lernen und häufig auch bessere Leser werden. Kinder, die gut lesen können, haben es in der Schule sehr viel leichter. Nicht nur im Fach Deutsch, sondern in allen Fächern, in denen regelmäßig Texte gelesen werden müssen. Noch dazu trägt regelmäßiges Vorlesen dazu bei, dass Kinder über einen größeren Wortschatz und bessere sprachliche Ausdrucksfähigkeit verfügen. Aber damit nicht genug. Kinder denen vorgelesen wird, entwickeln ihre Konzentrations- und Merkfähigkeit, sie üben ihre Fantasie und sammeln Wissen. Mit dem Buch – ob vorgelesen oder selbst gelesen – lernen Kinder, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Ein wichtiger Baustein für die Entwicklung von Empathie. Und ganz zum Schluss vielleicht das gewichtigste Argument: das gemeinsame Lesen, Lachen und Erleben von Abenteuern stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kindern und ist einfach eine schöne gemeinsam verbrachte Zeit.

Wie vorlesen?

Das Vorlesen von Büchern ist natürlich ein besonderer Genuss. Die Stiftung Lesen hat dieses Jahr aber darauf hingewiesen, dass man die Hürden nicht immer so hoch legen muss. Erst recht nicht dann, wenn einem selbst das Lesen schwer fällt. Auch das textungebundene Erzählen beim gemeinsamen Betrachten von Bilderbüchern schon bei sehr kleinen Kindern oder später das Vorlesen von kurzen digitalen Texten wären richtiges Vorlesen.

Was soll ich lesen?

Ein besonderes Problem können diejenigen haben, die täglich vorlesen. Denn immer mal wieder scheint es, dass man alle guten Autoren durch hat und sich eine gefährliche Vorleselücke anbahnt. Meist findet man dann über den Lieblingsverlag, über die Buchhandlung, über die Bibliothek wieder in neue Lesewelten. Aber das kann auch ein bisschen anstrengend sein. Wie gut, wenn man so etwas wie die Kinderbuchmesse in Oldenburg vor der Haustür hat

KIBUM in Oldenburg

Auf dem Weg zur Kinderbuchmesse in Oldenburg

Mit dem Niedersachsenticket bekommt man die Anfahrt für die ganze Familie recht günstig hin und hat schon bei der Fahrt Vorlesezeit. Vom Bahnhof sind es noch 1200 Meter zum Kulturzentrum „Peter Friedrich Ludwigs Hospital“ (PFL), also gerade mal ein besserer Schulweg. Die KIBUM selbst kostet zum Glück keinen Eintritt, so dass die Fahrtkosten der einzig große Ausgabepunkt bleiben.

Im PFL gibt es Veranstaltungen, vor allem aber die Bücher selbst. Hier gibt es eine Buchmesse mit Hunderten aktueller Bücher für Kinder und Jugendliche. Sortiert nach Altersklassen stehen von Bilderbüchern bis zu Sachbüchern die Regale voll. Die Titel lachen einen an, man muss also in der Regel nicht die Buchrücken lesen. In allen Räumen sind Tische, Stühle und Sitzsacklandschaften aufgebaut. Überall liegen und sitzen Kinder, mal alleine, mal mit Eltern und lesen oder lassen sich vorlesen. Man kann hier Bücher testen und Anregungen für die Weihnachtswunschliste oder die Bibliotheksfernleihe oder das Buch des Monats sammeln.

Eine von fünf Wänden mit aktuellen Sachbüchern.

Harry Potter ist auch da

Einige prominente Personen bereichern die Veranstaltungen der Kinderbuchmesse. Rufus Beck liest aus Harry Potter und Jim Kay präsentiert die passenden Illustrationen. Überhaupt Jim Kay: Eine Auswahl von Bildern von Jim Kay wird in der Artothek gezeigt, die nur wenige Schritte von der PFL entfernt liegt. Das Illustrationswerk ist beeindruckend. Von Hogwarts bis zu den Drachen, Portraits von Hagrid, Ron und Ginny und Entwicklungszeichnungen eines Drachens oder mein Lieblingsbild: Die Küche der Weasleys. Zahlreiche Bilder sind zu bestaunen.

An dieser Stelle allerdings eine Warnung von Robert Habeck aus der KIBUM Eröffnungsfeier, die ich hier weiterreiche: Filme sind vorgedachte Interpretationen einer Geschichte, sie lassen keine anderen Personen, Gebäude, Szenerien zu. Nur Bücher wecken die Fantasie, eigene Welten entstehen zu lassen. Das gilt sicherlich auch für moderne, reich illustrierte Bücher, wie diese Harry Potter Bücher mit diesen beeindruckenden Illustrationen. Es kann also eine Empfehlung sein, die Bücher erst ohne Illustrationen zu lesen und danach die Filme zu sehen und die illustrierten Bücher zu kaufen.

Am 15. November ist bundesweiter Vorlesetag. An vielen Orten, auch in der Region, wird vorgelesen. Das könnte ein guter Start ins Vorlesen sein, wenn man das bisher zu Hause noch nicht macht. Es ist nie zu spät damit anzufangen.

Ein herrlicher Vorlese- und Sportvormittag in Friedeburg

Nach Freude und Frust ganzer Mannschaften geht’s dann weiter mit dem Eiskunstlauf, bei dem natürlich Pinguine als Juroren die Noten vergeben. Ole Könnecke bei der Lesung am 27. Oktober in Friedeburg.

Die Mediothek Friedeburg hatte in Kooperation mit Susannes Buchhandlung zu einem Vorlesevormittag mit dem Kinderbuchautoren Ole Könnecke eingeladen. Könnecke, in Göttingen geboren, in Schweden aufgewachsen und nun in Hamburg lebend, hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Texte und Illustrationen erhalten. Bekannt sind seine Anton-Bücher oder seine Kooperation mit Rafik Schami „Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm“.

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44. Kinder- und Jugendbuchmesse lädt ein zur Expedition ins Tierreich

Oldenburg. Unter dem Motto „KIBUM – total tierisch!“ laden die Stadt Oldenburg und die Universität Oldenburg zur 44. Kinder- und Jugendbuchmesse ein. Die KIBUM findet in diesem Jahr  vom 3. bis zum 13. November statt und stellt Tiere – als häufige Protagonisten der Kinderliteratur – in den Mittelpunkt: Sie tummeln sich im Bilderbuch für die Allerkleinsten, bevölkern das Kinderbuch und begeistern als Animal-Fantasy auch ältere Kinder und Jugendliche.

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Veranstaltungstipp: Vorträge der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur -und Umweltschutz in Jever

Das Vortragsprogramm der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur -und Umweltschutz wird im Winterhalbjahr 2017/2018 mit sechs Vorträgen fortgesetzt. Alle Vorträge finden statt im Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.
Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Interessierte Gäste (auch Nicht-Mitglieder der WAU) sind herzlich eingeladen.

Dienstag, 17.10.2017
Dr. Heiko Schmaljohann, Institut für Vogelforschung – Vogelwarte Helgoland:
Vogelzug über der Sahara
Dieser Vortrag ist eine Veranstaltung im Rahmen der 9. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (14.10. bis 22.10.2017).
Dienstag, 14.11.2017
Werner Menke, Wissenschaftl. Arbeitsgemeinschaft für Natur u. Umweltschutz, Jever:
Das Nahliegende als Gegenstand der Wissbegierde  – Der Orientreisende Ulrich Jasper Seetzen als Erforscher seiner nordwestdeutschen Heimat
Dienstag, 5.12.2017
Erich Hinrichs, Marketingfachmann für Fruchthandel und Buchautor, Hamburg:
Ananas – Der Weg der königlichen Frucht vom Luxusgut zum Massenkonsumartikel.
Eine kritische, aber auch vergnügliche Reise durch die Jahrhunderte
Dienstag, 16.1.2018
Dr. Carmen Zinßmeister, Forschungsinstitut Senckenberg am Meer, Wilhelmshaven:
Mit dem Forschungskutter „Senckenberg“ zur Doggerbank und zurück: Dem Phytoplankton auf der Spur
Dienstag, 6.2.2018
Dr. Andreas Dänhardt, Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft, Uni Hamburg:
Das unsichtbare Wattenmeer – von Fischen, ihrer Beute und ihren Räubern
Dienstag, 13.3.2018
Dr. Thomas Scholl , Jever:
Als Schiffsarzt auf dem Forschungsschiff ‚Polarstern‘

Kontakt für Nachfragen:
WAU – Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur -und Umweltschutz e. V. Jever
Ibenweg 7 26441 Jever
Tel.: 04461-4298

Spendenlauf der BBS Wittmund am 18. März

Die Schüler der BBS Wittmund planen im Rahmen ihres Projektunterrichts der Fachoberschule Wirtschaft einen Spendenlauf. Das Geld, welches durch die Startgebühr und den Verkauf von Speisen und Getränken eingenommen werden soll, möchten sie an die Organisation „Miteinander & Füreinander“ aus Esens spenden, welche ein generationsübergreifendes, barrierefreies Wohnprojekt für Menschen mit hauptsächlich geistigen Behinderungen plant und bauen möchte.

Start/Ziel: Schulhof Carl-Gittermann-Realschule, Walpurgisstraße 9, 26427 Esens
Start: 12 Uhr (Bitte spätestens 11:30 Uhr vor Ort sein)
Startgebühr: 10,- €, da es für einen guten Zweck ist
Laufstrecke: 2x ca. 3 Kilometer
Umkleidemöglichkeiten sind in der Sporthalle Peldemühle gegeben.

Anmeldung bis zum 11.03. per Nachricht an Veranstalter oder per Mail an spendenlauf2017@gmail.com

Die Schüler der BBS Wittmund freuen sich über viele Teilnehmer!

Vortrag „Sind Hausaufgaben sinnvoll?“ am 11. Januar in Wittmund

„Sind Hausaufgaben sinnvoll?“, zu diesem Thema referiert am Mittwoch, 11. Januar, der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist Armin Himmelrath um 19.30 Uhr in der Mensa der Finkenburgschule Wittmund.

Armin Himmelrath ist bekannt aus Funk und Fernsehen. Seit 1991 verfasste er für verschiedene Redaktionen deutscher Sendeanstalten Hörfunkbeiträge. Seine weiteren Betätigungsfelder sind die Moderation von Veranstaltungen und Radiosendungen. Er ist zudem Lehrbeauftragter für journalistisches Schreiben an der Freien Universität Berlin.
Himmelrath ist auch Autor diverser Sachbücher mit den Themenschwerpunkten Schul-, Hochschul- und Wissenschaftspolitik. Hier hat er sich auch insbesondere mit dem Themenbereich Hausaufgaben beschäftigt und sich aus wissenschaftlicher Sicht mit der Sinnhaftigkeit oder der Sinnlosigkeit von Hausaufgaben auseinander gesetzt.

Diskussion im Anschluss
Im Anschluss an seinen Vortrag steht Armin Himmelrath für eine ausgiebige Diskussion zur Verfügung. Die Finkenburgschule startete zu Beginn des Schuljahres im August ein Testprojekt: Die Grundschüler bekommen seitdem keine Hausaufgaben mehr von ihren Lehrern.

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