Schulentwicklungsplan Wittmund: Biregio in der Kritik

Schule_geschlossenIm Dezember 2014 hat der Landkreis Wittmund entschlossen, die Bonner Firma „Projektgruppe Bildung und Region“ (biregio) mit einem Gutachten zur Schulentwicklungsplanung zu beauftragen. Biregio soll die Ausgangslage der Schul- und Bildungssituation feststellen, die demografische Entwicklung abschätzen, eine Prognose der mittel- bis längerfristigen Schülerzahlenentwicklung erstellen und Empfehlungen zur Zukunftssicherung abgeben. Auch die Kindertagesstättenplanung und Raumoptimierungen sollen Aufgabe von Biregio sein.

Zweifel an Arbeitsweise
Nun werden Zweifel an der Arbeitsweise der Firma Biregio laut. Die
Journalisten Christian Esser und Daniela Schmidt-Langels haben sich für das ZDF Magazin Frontal21 mit der Arbeitsweise der Projektgruppe Bildung und Region befasst. Sie kamen in ihrer Sendung am 9. Juni zu dem Schluss, dass Kommunen diese Firma gerne hinzuziehen, um sich selbst bei ungeliebten Entschlüssen auf die Erhebungen dieses Gutachters zu berufen.

Dabei wird kritisiert, dass Biregio vor allem Arbeit in die Darstellung von kommunalen Daten stecken würde. Die Gutachten würden zu 60% immer gleiche Textbausteine verwenden. Das kann als Zeichen dafür verstanden werden, dass die individuellen Bedingungen in jeder Kommune unzureichend ausgeleuchtet werden und vorschnell zu Schulschließungen geraten wird.
Fromtal21 hat mit Udo Beckmann, Vorsitzender des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung, gesprochen. Dieser urteilt, dass es einfach kurzsichtig sei, mit dem Rasenmäher übers Land zu gehen und Schulen zu schließen. „Kommunen brauchen die Schulen als wichtigen ökonomischen und soziokulturellen Standort“, betont Beckmann. „Wenn Kommunen und Politik kurzfristig reagieren, dann schaden sie sich selbst.“

Aufruhr in den Kommunen
Diese Sendung hat für ordentlichen Aufruhr in der Bildungslandschaft gesorgt. Über 400 Kommunen sind von Biregio in der letzten Zeit beraten worden oder werden noch beraten.
Der Blogger Achim Tack hat die Frontal21 Sendung methodisch kritisiert und stellt diese als Sprachrohr der Bürgerinitiative Lilienthal dar, die gegen eine anstehende Schulschließung protestiert. Er relativiert die Anschuldigungen und kritisiert den Einsatz der filmischen Mittel, die zur Meinungsbildung führen. Das ZDF hat auf diese Kritik reagiert.
Aber auch in anderen Gemeinden werden nach Ausstrahlung Zweifel an der Arbeit von Biregio laut (z.B. Göttingen, Reutlingen, Waghäusel).

Biregio in unserer Region
Die Ostfriesen-Zeitung berichtete am 16. Juni über die Fernsehsendung („Erst stirbt die Schule, dann das ganze Dorf“, Schlechtes Zeugnis für Schulgutachter), nachzulesen auch bei der GEW Wittmund.
Der Chef von Biregio, Wolf Krämer-Mandeau, hält die Sendung für journalistischen Rufmord, berichteten die Ostfriesischen Nachrichten am 13. Juni.

Fazit
Auch im Landkreis Wittmund arbeitet der demografische Wandel. Wir werden uns intensiv mit dem Gutachten von Biregio für unseren Landkreis auseinandersetzen müssen, um die jeweils beste Lösung für unsere Schüler erzielen zu können.

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